• Datum: 11. August 2007
  • Kategorie: seo-news

Kursverfall der Währung „Inbound-Links“

Google wird sich schnell was Neues einfallen lassen müssen, denn die enorme Gewichtung von Inbound-Links als Messgrösse für die Relevanz und Bedeutung von Webseiten führt zunehmend zu unerträglichen Verzerrungen. Es ist wie im reale existierenden Kapitalismus: Die Reichen werden immer reicher, die Armen haben kaum noch eine Chance, egal wieviel sie leisten. In SEO-Sprache: Wer schon gute Pageranks und Ergebnisplatzierungen hat, kann das problemlos weiter ausbauen undsich dabei auch noch bequem zurücklehnen. Wer neu anfängt und kein großes Marketing-Budget hat, kriegt keinen Fuß auf den Boden.

Das Phänomen der nicht-Verlinkung
Wie ich zu diesem Schluß komme? Immer mehr große Websites hören auf, Links auf andere Websites zu setzen. Immer häufiger werden andere Websites im Text oder in Ergänzungskästen zwar genannt, aber nicht verlinkt:
„ceterumcenseo.net“ statt „ceterumcenseo.net„.

Besonders drastisch erlebe ich das im Moment mit einer brandneuen Website (www.save-the-delta-queen.org) – eine schnell wachsende Site zu einem topaktuellen Thema und auch mit viel Presse-Echo. Auf zahlreichen Tageszeitungs- und Fernsehsender-Websites in den USA wird über das Thema berichtet, nur Inbound-Links hat die Site nahezu keine. Grund: In fast allen Berichten auf anderen Websites wird www.save-the-delta-queen.org zwar erwähnt, aber eben nur als Text und nicht in Form eines Links.

Das ist fatal! Wie soll eine neue Website da jemals eine Chance bekommen? Erst recht eine Site mit brandaktuellem Thema? Und es ist auch für Google fatal! Denn wie soll die Suchmaschine zukünftig relevante Suchergebnisse ausspucken, wenn sie von solchen neuen Websites mangels Verlinkung nicht viel mitbekommt?

Was steckt dahinter? Bei vielen vermutlich nur die unsinnige Angst, Besucher an andere Sites zu verlieren, wenn man ihnen per Link die Möglichkeit dazu gibt. Obwohl, vielleicht ist die Angst auch berechtigt – wenn der eigene Content so schlecht ist, dass der User froh ist, etwas Anderes oder Besseres zu finden. Bei Vielen geht es aber auch um das bewußte Ausschließen möglicher Konkurrenz, das Kleinhalten von Mitbewerb.

Und da sind wir wieder beim Punkt: Die Großen und Reichen ruhen sich auf ihren Lorbeeren aus und Google merkt’s nicht, weil die Großen und Reichen keinen Zugang – sprich: Links – zu den vielleicht sehr guten Neuen ermöglichen.

Google, da ist was faul! Da besteht Handlungsbedarf weit über ein wenig Algorithmus-Schrauben hinaus!

  • Kommentare: 6

Tags:

  • Datum: 26. Juli 2007
  • Kategorie: seo-news

unavailiable_after – Verfallsdatum für Webseiten

Google führt offenbar einen neuen Meta-Tag ein, der es erlauben wird, Content ein Verfallsdatum zu geben. Das berichtete HighRankings.com. Diese News ist zugegebenermaßen nicht mehr ganz taufrisch, aber inzwischen gibt es mehr Details dazu.

Mit dem Meta-Tag unavailable_after lassen sich dann Seiten mit einem Datum versehen, nach dem der Content nicht mehr indiziert werden soll. Wie Searchengineland inzwischen berichtete, sieht die genaue Syntax so auf:

<META NAME=“GOOGLEBOT“ CONTENT=“unavailable_after: 23-Jul-2007 18:00:00 EST“>

Kritik kommt derweil schon von Clickz Networks Erik Dafforn (How ‚unavailable_after‘ Should (But Won’t) Be Used). Er bezweifelt zumindest den Nutzen für den Suchmaschinen-User, weil der Tag die Suchergebnisse lediglich verzerrt, aber nicht verbessert – schließlich müßte jeder Webmaster sich strickt daran halten, den Tag für vergängliche Seiten und Informationen auch tatsächlich einzusetzen.

Trotzdem: Für Webmaster scheint mir der Tag sehr sinnvoll und interessant zu sein, beispielseweise um für Forenbeiträge, die etwas nach 3 Monaten automatisch gelöscht werden, die ständigen Fehlermeldungen (page not found) in den Google Webmastertools zu vermeiden – einfach weil Google keine 404-Errors bekommt, sondern rechtzeitig erfährt, wann eine Seite nicht mehr relevant sein wird.

Tags:

  • Datum: 25. Juni 2007
  • Kategorie: seo-news

title-tag made by Google – revisited –

Das Ergebnis des Experiments kam schneller als erwartet: Google scheint sich zunächst offenbar wirklich nicht am Fehlen des title-tags zu stören. In beiden getesteten Fällen nimmt Google die Überschrift des Textes (<h1>-tag) als Titel im Ergebnislisting und den Textabschnitt, in dem das Keyword das erste Mal im Text vorkommt, als Beschreibung.

Soweit, so gut – allerdings war dieses Listing nur für einen Tag vorhanden. Danach liefert die Suche nach „Lachaffenbananen“ und „Landmauskirsche“ wieder null Ergebnisse. Auch der ursprüngliche Blog-Beitrag, der zumindest ja das Keyword „Lachaffenbananen“ enthält und dementsprechend auch als Suchergebnis gelistet war, taucht nun nicht mehr als Suchergebnis auf. Diese Seiten waren also kurz in Index und den Suchergebnissen, sind dann aber offenbar wieder rausgeflogen.

Statt über die Ursachen zu spekulieren warte ich jetzt erst einmal etwas ab – ob die Seiten wieder auftauchen und was mit diesem Beitrag hier passiert, der die fraglichen Suchwörter ebenfalls enthält. Sollte Google vielleicht einen Wörterbuch-Check machen und nur Keywords akzeptieren, die vermeintlich „echte“ Wörter sind? Eher unwahrscheinlich – aber vielleicht doch, mit zwischengeschalteter Sandbox? Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.

  • Kommentare: 9

Tags:

  • Datum: 20. Juni 2007
  • Kategorie: seo-news

title-tag made by Google

Der <title>-tag wird häufig als wichtigstes Element der Onsite-Suchmaschinenoptimierung bezeichnet – vielleicht zu Unrecht! Ein Kollege erzählte mir gestern von interessanten und erfolgreichen Experimenten, den title-tag in Dokumenten einfach komplett wegzulassen.

Der title-tag ist das Element, mit dem der Autor bestimmt, mit welcher Überschrift seine Seite in den Suchergebnissen gelistet wird. 1,75 Millionen Seiten wirf Google bei der Suche nach „no title“ aus, was in diesem Zusammenhang immer gerne als Argument herangezogen wird. Doch die „no title“-Suche wirf lediglich Seiten aus, die eben doch einen title-tag haben – nur eben den von Website-Editoren voreingestellten <title>no title</title>.

Das komplette und bewußte Weglassen des title-tagts dagegen hat nach den Erfahrungen des Kollegen dagegen den Effekt, dass Google offenbar aus dem Seiten-Content selbständig sogar ziemlich intelligente Titel ermittelt. Das klingt einerseits wie eine verwegene Behauptung, könnte andererseits aber genial sein – Google ermittelt das optimale Keyword für eine Seite selbst und verwendet es als Titel in den Suchergebnissen.

Um das zu testen, habe ich jetzt einfach einmal zwei Seiten mit nicht wirklich sinnvollem Inhalt gebaut, denen allensamt eines gemeinsam ist: <title> fehlt. Damit Google die Seiten schnell findet, verlinke ich sie von hier aus – und dann bin ich gespannt, ob sich die Erfahrungen des Kollegen reproduzieren lassen.

Zunächst eine Seite mit nicht Context-bezogenem Linktext und einem nichtssagenden Dateinamen, damit Google hier keine Anhaltspunkte bekommt. Und als Zweites ein Dokument mit Linktext, der sich auf den Inhalt bezieht und mit einem passenden Dateinamen – auf der Seite geht es um den unsinnigen Begriff Lachaffenbananen. Auf beiden Seiten habe ich darauf geachtet, dass das jeweilige Thema nicht als häufigstes Wort im Text vorkommt, um es Google nicht zu leicht zu machen. Natürlich könnte man noch mehr Varianten ausprobieren, aber für ein erstes Experiment reicht das erst einmal.

Sobald Google die Seiten indiziert hat, gibt’s hier den Bericht dazu. Ich bin gespannt auf den Ausgang des Experiments. Und wie man das Ergebnis dann auch sinnvoll nutzen kann.

  • Kommentare: 4

Tags:

© 2026 Franz Neumeier's "Ceterum Censeo" Blog. Alle Rechte vorbehalten.

Powered by Wordpress and Magatheme by Bryan Helmig.